Vereinsgeschichte


 

Vereinsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Langweid

  

 

Der Kampf des Menschen gegen das Feuer ist alt. Früher mußten bei Bränden alle männlichen Bürger Hilfe leisten. Schon vor der Gründung der Freiwilli­gen Feuerwehren haben sich die Gemeinden um den Feuerschutz bemüht und Geräte zur Brandbekämpfung angeschafft. In Langweid wurden – alten Auf­zeichnungen zufolge – bereits im Jahre 1812 achtzehn Wassereimer für zehn Gulden beschafft, eine Handlöschmaschine wurde 1824 für vierzig Gulden gekauft und im Jahre 1838 stand schon eine „Große Löschmaschine“ zur Verfügung. In den folgenden Jahren rüstete man sich mit Feuerhaken, Feu­erleitern, Schläuchen, Laternen, Seilen und dergleichen aus. Die Geräte wur­den von den Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr und von anderen freiwilligen Helfern, die aber noch nicht organisiert waren, bedient. Am 2. Februar 1875 gründete der Guts- und Brauereibesitzer Max Deuringer mit einigen Gleich­gesinnten die Freiwillige Feuerwehr Langweid. Den Anstoß dazu gab der königlich-bayerische Bezirksamtmann Braun. Die Gründungsmitglieder waren:

 

Max Deuringer, Guts- und Brauereibesitzer

Jakob Schwab, Lehrer

Georg Wiedemann, Ökonom

Michael Gleich, Wirt und Ökonom

Leonhard Markt, Ökonom

Josef Steppich, Ökonom

Johann Lutz, Ökonom

Jakob Häußler, Ökonom

Georg Dollinger, Schuhmacher

Josef Abele, Wirt

Josef Eser, Ökonom

Georg Eser, Ökonom

Josef Dirr, Ökonom

 

 

Der neugegründete Verein konnte sich in dieser Zeit nicht großer Beliebtheit erfreuen, es gab viele Gegner und Feinde. Aber dank des eisernen Willens der Chargen und Mannschaften konnten die Anfangsschwierigkeiten über­wunden werden und die Feuerwehr gewann mehr und mehr an Ansehen. Seine erste Bewährungsprobe konnte der neue Verein bereits 1879 bei einem Brand im Anwesen Leonhard Leis in Langweid bestehen.

 

Im Laufe der Zeit besserte sich auch das Verhältnis zur Pflichtfeuerwehr zusehends. Dies zeigt sich darin, daß die Wehr bei allen Inspektionen nach 1888, die zusammen mit der Pflichtfeuerwehr durchgeführt wurden, nur gute und sehr gute Bewertun­gen erhielt.

 

Im Jahre 1878 wurde für 118 Mark ein Requisi­tenwagen be­schafft.

 

1879 kamen sechsundvierzig Messinghelme zum Preis von 225 Mark, fünfundzwanzig Gurte für die Spritzenmannschaft, sechs Steigergurte, sechs Feuerwehrbeile, Signalhorn sowie weiße und rote Buschen zur Kenn­zeichnung der Chargen, dazu.

 

Ein brasilianisches Trink­horn wurde dem Ver­ein von seinem späteren Kommandanten Michael Gleich 1880 gestiftet. Dieses Horn ist heute noch vorhanden und wird noch benutzt.

 

Zum 25-jährigen Gründungsfest konnte der Freiwilligen Feuerwehr 1900 eine „Große Neue Druck- und Saugpumpe“ und 100 Meter Schläuche übergeben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die junge Wehr schon zu sechs Bränden gerufen worden.

 

Im Jahre 1903 erhielt die Feuerwehr ihre erste fahrbare Schubleiter. Diese Leiter war acht Meter lang und kostete 320 Mark.

 

Mit der Uniformierung wurde 1913 begonnen. Zu diesem Zweck wurden vierundvierzig Dienströcke zum Preis von 528 Mark gekauft. Die Beschaffung der Uniformen brachte den Verein in finanzielle Schwierig­keiten, die nur gemeistert werden konnten, weil jedes Mitglied zwischen zwei und vier Mark selbst bezahlte und zwei Mitglieder dem Verein je ein Darlehen von 100 Mark zur Verfügung stellten.

 

Dann riß der erste Weltkrieg tiefe Wunden in den Verein. Einige Mitglieder kehrten nicht mehr heim. Auch der damalige Kommandant Josef Dirr starb den Heldentod.

 

In den Nachkriegsjahren ging der Aufschwung des Vereins nicht mehr so stürmisch voran. Das 50-jährige Gründungsfest wurde nur im kleinen Rahmen gefeiert. Eine wesentliche Verbesserung des Feuerschutzes brachte der Bau der neuen Wasserleitung vor dem ersten Weltkrieg in Langweid. Die Feuerwehr war jetzt bei einem Brand nicht mehr auf offene Gewässer, Was­serträger oder das Wasser aus Odelfässer oder ähnlichem angewiesen, sondern konnte das Wasser direkt aus dem Hydranten entnehmen – ein großer Fortschritt.

 

 

Die Langweider Feuerwehr aus dem Jahr 1908 

 

Von 1900 bis 1935 wurde die Langweider Feuerwehr zu sieben Bränden gerufen. Hier wirkte sich die neue Wasserleitung positiv aus; zur Brandbekämpfung brauchten nicht mehr so viele Wehren alarmiert werden.

 

Die Machtübernahme 1933 machte sich dadurch bemerkbar, daß bei den Chargen-Wahlen am 31. Dezember 1935 nur noch der Kommandant, der zu dieser Zeit der Feuerwehrführer war, und drei Zugführer gewählt wurden. Weitere Ereignisse aus dieser Zeit sind nicht bekannt, weil die entsprechen­den Seiten aus dem Protokollbuch entfernt wurden.

 

Auch der zweite Welt­krieg forderte seine Opfer aus den Reihen der Feuerwehr.

 

Im Jahre 1946 be­gann wieder der Aufschwung, als eine neue Vorstandschaft gewählt wurde und mehrere junge Männer dem Verein beitraten. 1948 erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze, eine TS 8 Rosenbauer, zum Preis von 1000 DM. Diese Pumpe war aber infolge der schlechten Ausführung und des minderwertigen Materials – es war eine Kriegsware, Baujahr 1943 – fast nie voll einsatzbe­reit.

 

Im Sommer 1950 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr 75-jähriges Be­stehen feiern. An diesem Tag konnte auch das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden. Außerdem wurde eine Schauübung abgehalten, die zur vollsten Zufriedenheit verlief.

  

 

Das Feuerwehrgerätehaus im Jahre 1950

 

1952 wurde eine TS 6 Ziegler zum Preis von 4000 DM angeschafft. Diese TS 6 tat bis zum Kauf eines LF 8-TS Bachert ihren Dienst.

 

Am 26. August 1956 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihre Fahnenweihe. Außer dem Patenverein Rehling nahmen dreizehn Feuerwehren an den Feier­lichkeiten teil.

 

 

Die im August 1956 geweihte Fahne

 

Die Anschaffung einer modernen Feuerwehrleiter wurde 1959 erforderlich, da die alte Leiter aus dem Jahre 1903 den Anforderungen nicht mehr genügte.

 

Infolge der zunehmenden Ausdehnung der Wohngebiete und steigender Indu­strieansiedlung beschaffte die Gemeinde Langweid ein LF 8-TS Bachert auf Mercedes-Fahrgestell. Dieses Fahrzeug wurde am 22. Oktober 1961 in einer Feierstunde der Feuerwehr übergeben.

 

 

Das 1961 geweihte LF 8 auf Mercedes-Fahrgestell

 

Zu Beginn des Jahres 1963 wurde auf dem Dach des Rathauses eine Sirene montiert. Dies war ein weiterer Schritt im Hinblick auf eine schnelle Alar­mierung der Feuerwehr. In diesem Jahr unterzogen sich auch die ersten drei Gruppen mit Erfolg der Leistungsprüfung.

 

Mit der Anschaffung von vier Preßluftatmern im Jahre 1965 wurde die Ausrüstung weiter verbessert.

 

Der zivile Bevölkerungsschutz stationierte 1967 ein TLF 8 auf Unimog-Fahrge­stell in Langweid.

 

Im November 1969 konnte ein eindrucksvolles Fest gefeiert werden, als vier Löschgruppen mit dem Leistungsabzeichen aller Stufen ausgezeichnet wurden.

 

Die Ehrung langjähriger Mitglieder und die Verleihung von Leistungsabzei­chen war 1971 ein Höhepunkt des Vereinslebens.

 

Anfang des Jahres 1972 wurde die Freiwillige Feuerwehr Langweid an die Funkalarmierung des Landkreises Augsburg angeschlossen. Außerdem wurde das LF 8 mit einem Funkgerät Fu G 7 b ausgestattet. Eine wesentliche Verschlechterung des Feuerschutzes in Langweid war zu befürchten, als im September 1972 das TLF 8 von der Stadt Augsburg infolge der Eingemeindung der Stadtumlandgemeinden abgezogen wurde.

 

Dank der Aufgeschlossenheit der Gemeinde Langweid, ihrem Bürgermeister und den Gemeinderäten, konnte am 1. Juli 1973 ein modernes TLF 16 vom Typ Magirus mit Funkgerät von der Feuerwehr übernommen werden. Ende 1973 wurde eine Jugendgruppe gegründet, die dreizehn Mitglieder umfaßte.

 

Zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Langweid wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft, die aus Spenden von Mitgliedern und Gönnern finanziert werden konnte. Vom 6. bis 8. Juni 1975 wurde dann das 100-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe am Mittelfeldweg mit einem Festzelt und einem Vergnügungspark gefeiert. An diesem Fest beteiligten sich über 80 Vereine und Gruppen.

 

Im Jahr 1977 wurde mit der Planung und der Standortfrage für ein neues Gerätehaus begonnen, was viele Fragen und Diskussionen auslöste, bis dann im Herbst 1979 mit dem Bau an der Meitin­ger Straße begonnen werden konnte. Ein Jahr später, im November 1980, konnte es dann von der Feuerwehr bezogen werden. Während der Zeit bis zur Einweihung am 31. Mai 1981 wurde das Gerätehaus von der Feuerwehr be­reits genutzt. Der über dem Unterrichtsraum liegende Dachraum wurde durch Eigenleistung zum „Florian-Stüberl“ ausgebaut.

 

 

Bürgermeister Karl-Heinz Jahn bei der Einweihung des neuen Gerätehauses 

 

Auf Anweisung des Landratsamtes Augsburg wurden 1982 vier Chemievoll­schutzanzüge und vier Hitzeschutzmäntel mit Haube und Handschuhen be­schafft.

 

Im Jahr 1983 begann dann die Diskussion über ein Mehrzweckfahr­zeug zum Transport der Mannschaft und der Schutzausrüstung. Anlaß dafür waren die überbesetzten Fahrzeuge bei Übungen und Einsätzen. Durch das gute Zusammenspiel von Landratsamt, Gemeinde und Feuerwehr konnte noch im Laufe des Jahres das Mehrzweckfahrzeug bestellt werden.

 

Im Mai 1984 konnte das bestellte Mehrzweckfahrzeug in Friedrichshall abgeholt werden. Die Einweihung des Fahrzeugs fand am 22. Juli 1984 statt. Zu die­sem Zweck wurde die Fahrzeughalle des Gerätehauses in eine Festhalle um­gestaltet. Der Festgottesdienst und die Weihe wurde von Herrn Kaplan Mar­gazyn vorgenommen. 

 

Die Leistungsprüfungen wurden weitergeführt und es konnte bereits die 60. Leistungsprüfung abgehalten werden. Vom 12 - 14. Juli 1985 feierte der Verein das 110-jährige Gründungsfest mit einem großen Festzelt an der Achsheimer Straße. Am Samstag des Festwo­chenendes wurde bei einer großen Schauübung mit den Feuerwehren aus Achsheim, Stettenhofen und Pfersee Chemie die Bewältigung eines Unfalls mit einem Tanklastzug eindrucksvoll demonstriert.

 

 

Schauübung ankäßlich des 110-jährigen Gründungsfestes 

 

Die steigenden Unfallzahlen auf der Bundesstraße 2 machten 1986 die Auf­stockung der Ausrüstung mit Rettungsschere, Spreizer und Stromaggregat notwendig. Im gleichen Jahr wurde die stille Alarmierung über Funkmeldeempfänger eingeführt. Vier Einsatzgruppen wechseln sich seitdem im wöchentlichen Turnus mit einem Bereitschaftsdienst ab.

 

Ein weiterer Höhepunkt war die Indienststellung eines neuen Löschgruppen­fahrzeugs LF 8 der Firma Ziegler auf Mercedes-Fahrgestell, welches am 13. September 1987 am Gerätehaus durch Pater Link feierlich eingeweiht wurde. Das Fahrzeug löste das betagte LF 8 der Firma Bachert ab und bot auch den benötigten Platz für die Ausrüstung für die technische Hilfeleistung.

 

 

Das Löschgruppenfahrzeug LF 8 aus dem Jahre 1987 neben seinem Vorgänger, das 1961 in Betrieb genommen wurde

 

Im Jahre 1989 mußte der langjährige Kommandant Hermann Lutz sein Amt altersbedingt zur Verfügung stellen. Mit seinem Sohn Hermann Lutz jun. konnte ein kompetenter Nachfolger für dieses Amt gefunden werden. Der Verein dankte Hermann Lutz senior noch im selben Jahr für sein langjähriges Engagement mit der Ernennung zum Ehrenkommandanten.

 

1990 konnte die Ausrüstung weiter mit der Anschaffung eines Greifzugs, einer Gasspürausrü­stung und Geräten zur eiligen Türöffnung ergänzt werden. Die Wehr nahm am Deutschen Feuerwehrtag in Friedrichshafen teil, welcher mit über 50.000 Teilnehmern einen bleibenden Eindruck hinterlies.

 

Im Jahre 1991 fand auch in der Vorstandschaft des Vereins ein Generations­wechsel statt. Nach über 20-jähriger Vorstandstätigkeit übergab Jakob Thoma die Leitung des intakten Vereins an Karl Wagner junior. Am 6. Juli 1991 erfolgte die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister, wodurch nunmehr die Ergänzung e. V. im Vereinsnamen geführt werden durfte.

 

Der Gemeinderat beschloß aufgrund der baulichen Gegebenheiten bei be­stehenden Gebäuden aber auch als Voraussetzung für weitere geplante Bebau­ung den Kauf einer Drehleiter. In einem Festgottesdienst im Hof der Schu­bertschule gab Pfarrer Johann Margazyn im August 1992 der neu ange­schafften Drehleiter Magirus DLK 23/12 die kirchliche Weihe. Die Wehr feierte die Einweihung im Rahmen eines zweitägigen Festzeltbetriebes an der Meitinger Straße. Im gleichen Jahr konnte eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 mit Elektrostarter Fabrikat Rosenbauer als Ersatz für die betagte Vorgängerin in Dienst gestellt werden.

  

 

Probefahrten in Rettungskorb der frisch geschmückten Drehleiter gehörten zu den Attraktionen an Tag der Fahrzeugweihe

 

Höhepunkt des Jahres 1993 war das erste Wochenende in der Brandschutz­woche. Am Samstag wurde unter Beteiligung von zwölf Feuerwehren eine vielbeachtete Schauübung in der Lechwerksiedlung durchgeführt. Hier wurde die Schlagkraft moderner Feuerwehren gezeigt; bei der histori­schen Feuerwehrübung, die am Sonntag im Rahmenprogramm zum „Tag der offenen Tür“ durchgeführt wurde, war zu sehen, wie die Feuerwehr vor etwa 80 Jahren Brände gelöscht hat. Während des ganzen Jahres war die Wehr aktiv an den Veranstaltungen zur 850-Jahr-Feier der Gemeinde Langweid beteiligt. Im Rahmen eines Ehrungs­abends wurde Jakob Thoma zum Ehrenvorstand ernannt.

 

Im Sommer 1994 richtete die Langweider Feuerwehr die zentrale Jugendleistungsprüfungsab­nahme der Feuerwehren aus dem Landkreis Augsburg auf dem Schulsport­platz aus.

 

1995 feierte man das 120-jährige Bestehen in kleinem aber festlichen Rah­men. Zahlreiche Ortsvereine nahmen an dem Festgottesdienst mit anschlie­ßendem „Tag der offenen Tür“ teil. Am Nachmittag erfolgte eine Vorführung in Technischer Hilfeleistung. Seit jeher wurden bei der Langweider Wehr die Leistungsprüfungen konse­quent verfolgt. So war es kein Wunder, daß 1995 schon die einhundertste Gruppe der Wehr die Leistungsprüfung ablegte. Im gleichen Jahr legten zwei Gruppen als eine der ersten im Landkreis die neu geschaffene Leistungsprü­fung in der technischen Hilfeleistung ab.

 

 

Zum 120-jährigen Bestehen erfolgte eine Vorführung in Technischer Hilfeleistung

 

Im Jahr 1999 wurde die aktive Wehr zu der bisher noch nie dagewesenen Zahl von 93 Einsätzen gerufen. Einen großen Beitrag zu der hohen Einsatz­zahl lieferten dabei das Pfingsthochwasser und der Orkan „Lothar“ an Weih­nachten. Um die Raumnot im Feuerwehrhaus etwas zu lindern, wurde in Eigenleistung ein Verbindungsbau zwischen altem und neuem Feuerwehrhaus in Angriff genommen. Die Ausrichtung eines Wettkampfes der Feuerwehrolympiade in Zusammen­arbeit mit dem Fernsehsender TV Augsburg zog viele Besucher an.

 

 

Mit TV-Augsburg wurde ein Wettkampf der Feuerwehrolympiade ausgerichtet

 

Kurz vor Weihnachten konnte noch das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16/12, Aufbau Ziegler auf MAN-Fahrgestell abgeholt werden. Das modern ausgerüstete Fahrzeug ersetzte das in die Jahre gekommene Tanklöschfahrzeug TLF 16 und bildete das Rückgrat der Wehr.

 

Den Auftakt für das Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen bildete im Jahr 2000 ein großer Ehrungs­abend im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Achtzig aktive und passive Mitglieder konnten für langjährige Vereinszugehörigkeiten ausgezeichnet werden. Vom 9. – 12. Juli 2000 wurde dann das 125-jährige Gründungsfest mit einem Festzelt an der Achsheimer Straße gefeiert. Den Festauftakt bildete dabei die Weihe des neuen Löschfahrzeugs LF 16/12 durch Pfarrer Johann Margazyn. Eine imposante Schauübung mit den Ortfeuerwehren im Anwesen Karl Lutz, eine Disco-Night sowie der Festumzug mit den zahlreichen Gastvereinen bildeten die Höhepunkte der gelungenen Feierlichkeiten.

 

Die Festdamen am 125-jährigen Gründungsfest

 

Zum Jahresende konnten nach fast zweijähriger Bauzeit die Umbau- und Renovierungsarbeiten im alten Gerätehaus, sowie der Verbindungsbau zum neuen Gerätehaus fertiggestellt werden. Durch diese Baumaßnahme konnte der dringend benötigte Atemschutzraum, ausreichend Lagermöglichkeiten für Ölbinde- und Schaummittel, Sandsäcke und weitere Gerätschaften geschaffen werden.

Die Einsatzstatistik war wie auch im vorangegangenen Jahr geprägt von Unwettereinsätzen. Sintflutartige Regenfälle verwüsteten am 12. Mai zahlreiche Keller.

 

Im Jahr 2001 richtete die Wehr die Ölwehrübung des Landkreises Augsburg auf dem Lechkanal aus. Besondere Erfahrungen konnten bei der Katastrophenschutzübung des Landkreises im ehemaligen Korpsdepot in Langweid-Foret im Zusammenhang mit Unglücken im Eisenbahnverkehr gewonnen werden.

Im Herbst des Jahres besuchte eine Abordnung des Vereins die Gemeinde Hereg in Ungarn. Die freundschaftlichen Bande mit den ungarischen Feuerwehrkameraden waren durch die Übergabe des ausgemusterten Tanklöschfahrzeugs Magirus entstanden.

 

Aus der Einsatzstatistik 2002 ist ein Waldbrand im Foretwald zu erwähnen. Nur durch den gemeinsamen Einsatz der Feuerwehren aus Achsheim, Langweid und Stettenhofen konnte ein weiteres Ausbreiten des Brandes verhindert werden.

Erstmalig lud die Feuerwehr am Freitag vor dem „Tag der offenen Tür“ zu einer 80-er Jahre Party in das Gerätehaus ein.

 

Bei den Neuwahlen der Vereinsführung am 6. Januar 2003 stellte Karl Lutz nach 28-jähriger Tätigkeit als zweiter Vorstand sein Amt zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Gerd Klein gewählt.

Durch die viertägige Stationierung des Flash-Over-Containers des Landesfeuerwehrverbandes in Langweid wurde im Jahr 2003 ein besonderer Schwerpunkt auf die praxisnahe Ausbildung der Atemschutzgeräteträger gelegt.

Auch beim alljährlichen „Tag der offenen Tür“ am Gerätehaus, konnte durch die Bereitstellung eines Demonstrations-Containers des Landesfeuerwehrverbandes den Besuchern ein besonderes Highlight geboten werden. Ein professioneller Ausbilder führte den fachgerechten Umgang mit Feuerlöschern vor, wobei auch die Besucher durch praktische Löschmaßnahmen mit einbezogen wurden.

Aufgrund der Eröffnung der neuen vierspurigen Bundesstraße 2 wurde zur Sicherung der Einsatzkräfte ein Verkehrssicherungsanhänger beschafft. Auch dieser wurde an diesem Tag durch Bürgermeister Karl Heinz Jahn offiziell seiner Bestimmung übergeben.

 

Im Jahr 2004 wurde die bereits 18 Jahre alte Rettungsschere durch eine Rettungsschere der Firma Weber ersetzt. Bei einigen schweren Verkehrsunfällen auf umliegenden Kreis- und Staatstraßen bewährte sich die neue Ausrüstung hervorragend.

Das Thema Brandschutzerziehung wurde weiter ausgebaut. Der stellvertretende Kommandant Karl Faulhaber nutzte für den theoretischen Teil der Brandschutzerziehung erstmals den Physiksaal der Hauptschule. Neben der Verdeutlichung der Aufgaben der Feuerwehr werden die Kinder im Rahmen von Versuchen dabei auf die Gefahren von brennbaren Stoffen hingewiesen.

 

Die Feierlichkeiten zum 130-jährigen Gründungsfest der Langweider Feuerwehr waren einer der Höhepunkte des Jahres 2005. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Vitus feierte man dabei mit den zahlreichen Gastvereinen in der festlich geschmückten Mehrzweckhalle, wobei auch sechs Wehrmänner für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet werden konnten. Als erste Feuerwehr des Landkreis Augsburg legten 11 Langweider Feuerwehrmänner die höchste Stufe der Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung ab.

  

Die schweren Unwettereinsätze der letzten Jahre machten die Anschaffung eines Versorgungs-Lkw Typ MAN mit Kofferaufbau und Ladebordwand notwendig. Bereits vor der offiziellen Übergabe und kirchlichen Segnung im April 2006 erhielt das Fahrzeug bei den dramatischen Hochwassereinsätzen im Februar und März seine Feuertaufe. Nacheinem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Vitus feierte man die Übergabe mit den zahlreichen Gastvereinen und der Bevölkerung im Feuerwehrgerätehaus. Pfarrer Georg Schneider erteilte dem Fahrzeug den kirchlichen Segen.

Mit 112 Einsätzen im Jahr 2006 konnte eine bisher nie da gewesene Einsatzzahl vermeldet werden. Mit dazu beigetragen haben Einsätze im Zusammenhang mit dem Auftreten erster Vogelgrippeverdachtsfälle in unserer Region.

 

Im September 2007 wurde traditionell wieder zum „Tag der offenen Tür“ in das Feuerwehrgerätehaus eingeladen. Für die zahlreich erschienen Besucher wurde mit einem simulierten Verkehrsunfall das Einsatzspektrum der Feuerwehr in technischer Hilfeleistung demonstriert. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Langweid hatte die Wehr wieder zahlreiche Kinder und Jugendliche im Gerätehaus zu Gast.

 

Im Oktober 2008 ging die integrierte Leitstelle mit der einheitlichen Notrufnummer 112 bei der Berufsfeuerwehr Augsburg in Betrieb. Die gemeinsame Alarmierung von Rettungsdienst und Feuerwehren erforderte auch bei der Langweider Feuerwehr einige Umstellungen. Insbesondere erweiterte sich das Einsatzgebiet über die Landkreisgrenze hinaus. In der Position des stellvertretenden Kommandanten vollzog sich ein Wechsel von dem neun Jahre tätigen Karl Faulhaber auf Stephan Kratzer. Anstelle des jahrelang veranstalteten „Tag der offenen Tür“ wurde erstmals ein Oktoberfest mit großem Erfolg im Gerätehaus durchgeführt.

 

Mit 73 Einsätzen im Jahr 2009 war das Einsatzaufkommen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. In Eigenregie wurde erstmals ein Sprechfunkerlehrgang durchgeführt. Die Jugendgruppe nahm erstmals an den Tests zur Jugendflamme erfolgreich teil. Schwerpunkt des Jahres 2009 war auch die Ersatzbeschaffung für das in die Jahre gekommene Mehrzweckfahrzeug. Der in markantem Design gestaltete VW-Crafter wurde noch im Spätherbst des Jahres 2009 ausgeliefert.

 

Unter den 95 Einsätzen im Jahr 2010 waren einige nicht alltägliche Brandeinsätze zu verzeichnen. Brände in einer Lkw-Werkstatt und in einer landwirtschaftlichen Lagerhalle sowie ein intensiver Wohnungsbrand forderten die Einsatzkräfte. Nach einem Gottesdienst in der neu renovierten Pfarrkirche St. Vitus feierte man Anfang Mai die Übergabe des neuen Mehrzweckfahrzeugs mit den zahlreichen Gastvereinen und der Bevölkerung im Feuerwehrgerätehaus. Pfarrer Georg Schneider erteilte dem Fahrzeug den kirchlichen Segen. Zum Jahresende konnte die Erdgeschosswohnung im alten Feuerwehrhaus in das Raumkonzept der Feuerwehr integriert werden um zusätzliche Lagerflächen zu schaffen.

 

Im Jahr 2011 konnten im Rahmen der Dienstversammlung sechs Feuerwehrkameraden für 25-jährige aktive Dienstzeit ausgezeichnet werden. Markus Kopold wurde für weitere sechs Jahre zum ersten Kommandanten gewählt. Unter den 81 Einsätzen war mit dem Brand eines Produktionsgebäudes in Meitingen ein nicht alltäglicher Brandeinsatz zu bewältigen. Zwei besondere Höhepunkte im geselligen Bereich waren die im Feuerwehrhof veranstaltete Beach-Party und die Feuerwehrolympiade am Schulsportplatz. Das Oktoberfest gehörte zum vierten Mal zum Veranstaltungskalender und auch die Brandlöschparty erfreute sich wieder großer Beliebtheit.

 

Mit 75 Einsätzen im Jahr 2012 war das Einsatzaufkommen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Der Großbrand eines landwirtschaftlichen Gebäudes in einer Nachbargemeinde zählte zu den Schwerpunkten. Die Fahrerausbildung im Zusammenhang mit dem neuen Feuerwehrführerschein wurde aufgenommen. In Eigenregie können nun Fahrer zum Führen von Einsatzfahrzeugen bis zu 7,5 Tonnen ausgebildet werden. Hohe Aufmerksamkeit und Zeitaufwand investierte die Führung der Langweider Feuerwehr auch in das Ersatzbeschaffungsverfahren für das mittlerweile 26 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug LF 8. Die europaweite Ausschreibung für das Nachfolgefahrzeug, ein Hilfeleistungslöschfahrzug Typ HLF 20, wurde in Zusammenarbeit mit dem Gemeindekämmerer in Eigenregie durchgeführt. Besondere Beachtung hat auch ein erstmals von der Feuerwehrjugend gebauter Faschingswagen mit dem Motto „Die Römer“ gefunden.

 

Verbunden mit großen Schäden, insbesondere im Ortsteil Foret, wütete im Juni 2013 ein heftiges Unwetter. Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, beschädigte Stromleitungen sowie blockierte Straßen forderten alle verfügbaren Kräfte und summierten sich im Jahr 2013 zu 93 Einsätzen. Zum zweiten Mal in der Nachkriegsgeschichte war ein Einsatz außerhalb der üblichen Landkreisgrenzen erforderlich. Kurzfristig rückte eine Gruppe im Verbund mit weiteren Landkreisfeuerwehren zur Hochwasserhilfe in den Landkreis Deggendorf aus. Der Großbrand eines Sägewerkes in der Nachbargemeinde Biberbach gehörte zu den nicht alltäglichen Einsätzen. Bei den Leistungsprüfungen kann die Wehr nunmehr auf eine 50-jährige Tradition zurückblicken. Bei der Jubiläumsleistungsprüfung wurden die Prüflinge der ersten Stunde eingeladen. Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 wurde Mitte November 2013 von der Firma Rosenbauer ausgeliefert. Das bisherige Löschgruppenfahrzeug LF 8 verrichtet nunmehr seinen Dienst bei der Nachbarfeuerwehr in Eisenbrechtshofen. Der Unterrichtsraum im Feuerwehrhaus wurde renoviert und grundlegend umgestaltet. In Eigenregie konnte die Elektrik, die IT-Technik aber auch die farbliche Gestaltung erneuert werden.

 

Im April 2014 wurde das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 von Dekan Georg Schneider gesegnet und von Bürgermeister Jürgen Gilg offiziell an die Wehr übergeben. Im Beisein zahlreicher Orts- und Gastvereine präsentierte sich die Wehr mit einer abwechslungsreichen Leistungsschau am Gerätehaus. Gleichzeitig erfolgte die Auszeichnung von neun Feuerwehrmännern für 40 bzw. 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Der Rahmen des traditionellen Übungsjahresabschlusses der aktiven Wehr wurde zudem genutzt um 49 Vereinsmitglieder für langjährige Mitgliedschaften auszuzeichnen. Durch 18 Neuzugänge bei der Jugendfeuerwehr erreichte die gesamte aktive Wehr den Rekordstand von 113 Mitgliedern.

Dekan Georg Schneider segnet im April 2014 das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20.

 

Im Jahr 2015 rückte die aktive Wehr zu 100 Einsätzen aus. Die hohe Einsatzzahl resultierte vorwiegend aus den Unwettereinsätzen in den Ortsteilen Stettenhofen und Foret. Verbunden mit großen Schäden, wütete im Mai 2015 ein in unseren Breiten bisher unbekanntes Naturereignis, ein Tornado. Abgedeckte Dächer, teilweise zerstörte Fassaden, entwurzelte Bäume, beschädigte Stromleitungen und demolierte Autos sowie blockierte Straßen waren das gewaltige Schadensbild und forderten alle verfügbaren Kräfte enorm. Mit 83 Feuerwehrdienstleistenden, darunter acht Frauen, konnte der Personalstand der aktiven Wehr insbesondere durch Zugänge aus der eigenen Jugendgruppe auf hohem Niveau sogar leicht ausgebaut werden. Nach langjähriger Vorbereitung erfolgte die Umstellung von Polizei, Rettungsdienst und den Feuerwehren auf den Digitalfunk. Die Feier des 140-jährigen Vereinsjubiläums erfolgte im internen Kreis. Den Höhepunkt bildete dabei ein feierlicher Gottesdienst zu Ehren des heiligen Florians in der Pfarrkirche St. Vitus mit Dekan Georg Schneider. Gemeinsam mit den Kameraden der Patenwehr aus Rehling ließen die Floriansjünger den Jubiläumsabend dann im Gerätehaus ausklingen.

 

Der Tornado im Ortsteil Stettenhofen verursachte gewaltige Schäden.

 

Der Start der Oldtimer-Rallye des Landkreises Augsburg erfolgte im Juli 2016 in Langweid. Die örtliche Feuerwehr sorgte für die Verkehrsabsicherung und durch die Koordination des Starts für einen reibungslosen Ablauf. Am ersten Weihnachtsfeiertag war die Wehr im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen bei der Fliegerbombenentschärfung in Augsburg im Einsatz. Im Herbst 2016 wurde die Rekordzahl von 23 Mädchen und Jungen neu in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Dominik Greppmeier folgte Markus Hörmann im Amt des Jugendwarts nach.

 

 

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